Dienstag, 9. November 2010

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Das sind sie, die magischen Wörter in der E-Mail, die ich seit gestern abend in meinem Posteingang habe :) Meine lieben Leute es ist soweit, nach 5 Wochen London wurde mir gestern ein fester Job angeboten. Ich bin über alle Maßen stolz und glücklich, dass es so schnell geklappt hat und das ich in diesem Land eine Chance bekomme, die ich zu Hause vielleicht erst nach 5 unbezahlten Praktika und einem Master Studium bekommen hätte.
Ab Montag werde ich in einer Marketing Firma arbeiten im Norden von London, full-time, Montags bis Freitags von 9.30 bis 17.30! Es ist schon ein bisschen unglaublich und wahrscheinlich kapiere ich es erst wenn ich am Montag wirklich anfange.
Auch wenn viele gedacht haben, dass ich verrückt bin zu denken ich könnte in London einen Fuß auf die Erde bekommen, ich bin es nicht. Vielleicht ein bisschen mutiger als der Rest, aber nicht bekloppt :) Ich hoffe, dass der Job mir Spaß bereiten wird und ich ein paar gute Jahre hier in England haben kann. Man weiß nie wie es weiter geht, aber dieser Job ist die Tür in ein neues Leben und zu neuen Chancen, auch später wieder in Deutschland. Denn leider hat unser Land noch nicht begriffen, wie viele Studienabgänger aus den Geisteswissenschaften das Weite suchen und ins Ausland gehen. Denn dort werden unsere Qualitäten geschätzt und in Unternehmen eingebracht. Hier bin ich nicht nur ein Kandidat für eine Laufbahn im Bildungssystem, hier kann ich aus mir machen was ich möchte, solange ich willens bin dafür zu arbeiten. (Gott, wie pathetisch)
Auch ein Vorstellungsgespräch hier in England hat nicht das geringste mit dem zu Hause zu tun. Man fühlt sich weniger wie bei seiner Hinrichtung, sondern mehr als hätte der Gegenüber ein Interesse daran meine Qualitäten zu sehen. Es geht nicht nur um meinen Lebenslauf und Stempel auf Qualifikationen (bisher hat hier noch niemand meinen Abschluss von der Uni sehen wollen) es geht um Persönlichkeit. Was für Jobs hatte ich, was sind meine Hobbies, habe ich in der Schule einen Lesewettbewerb gewonnen, war ich Kapitän der Tennismanschaft etc.
Dinge, die einen Deutschen ein wenig stutzen lassen sind hier von enormer Wichtigkeit. Hab ich in meinem Leben Verantwortung übernommen, habe ich meinen Auslandsaufenthalt selber organisiert usw. Viele Dinge werden angesprochen, die scheinbar nicht in ein Vorstellungsgespräch gehören. Die Tatsache, dass ich hier schon ein paar Leute kenne, mich offensichtlich wohlfühle und Pläne für eine neue Wohnung mit einer Freundin habe, all das war ausschlaggebend für meinen neuen Arbeitgeber.
Obwohl ich in einem Team mit mehreren Deutschen arbeiten werde, duzen wir uns hier alle. Mein Oberchef ist Tom, mein nächster Vorgesetzter Björn und meine Kollegin ist Stefanie. Alles war sofort viel lockerer und entspannter. Obwohl es ein Großraumbüro ist wirk es nicht kalt und abschreckend, sondern eher wie eine große Gemeinschaft, die zusammenarbeitet.
Es ist wirklich schade, dass ich quasi gezwungen werde mein Glück woanders zu suchen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe London und habe auch offensichtlich was für das Land über :) aber natürlich wünscht man sich innerlich, dass meine Bewerbungen zu Hause auch nur halb so viele positive Rückmeldungen bekommen hätten. Dort bin ich nicht mal gut genug für ein unbezahltes Praktikum in der Zeche Zollverein... Oder bei Zeitungen oder anderen Firmen aus der Medienbranche um den schwarzen Kater nicht an unsere geliebte Heimat zu geben.
Es bricht mir schon das Herz, wenn mein Opa mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf meinen Job reagiert. Natürlich freut er sich wahnsinnig für mich, aber nun ist auch klar, dass ich hier bleibe. "Dann ist das wohl deine Chance..." Opa mach dir keine Sorgen, London ist eine gute Flugstunde weit weg, München oder Hamburg wäre auch nich leichter gewesen! Ich komm so oft nach Hause wie es geht. Versprochen!


Miss you all

Yours,

Miss EMPLOYED

xxxx

2 Kommentare:

  1. versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen!

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  2. Irgendwann werden auch hier in Deutschland die "Blinden" merken, welches Potential bei den jungen Leuten vorhanden ist, die in Scharen das Weite suchen und ihr Glück im Ausland machen. Hoffentlich macht es sehr bald klick in den verquasten Köpfen.

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